18. Aug. 2014

Ebola-Gespenst in Tirol: Verantwortungslose Panikmache

Sinnlose Panikmache und Schädigung des Ansehens von Tirol: Eine routinemäßige Präventivuntersuchung der Gesundheitsbehörden wird zum Verdacht auf Ebola hochstilisiert. So wird mit Angst Geld gemacht. Kein Ruhmesblatt für die Medien. Wenn man die Sache umdreht, dann kann man nur befriedigt darüber, feststellen: die Gesundheitsbehörden sind wachsam.
 
In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde eine 48-jährige britische Staatsbürgerin tot in ihrer Wohnung im Tiroler Unterland aufgefunden. Fremdverschulden wird derzeit nicht angenommen. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat den Auftrag erteilt, die Todesumstände und die Todesursache abzuklären und hat eine Obduktion angeordnet.
„Der Sprengelarzt, der die Totenbeschau durchgeführt hat, hat eine virale Infektion als Todesursache in Betracht gezogen. Die entsprechenden Abklärungen laufen“, erklärt Landessanitätsdirektor Franz Katzgraber. Unter anderem wurden am Samstag eine Blut- und eine Harnprobe entnommen und an das Tropeninstitut in Hamburg geschickt. Die Proben werden dort auf Ebola getestet. Das Ergebnis wird am Montag erwartet. Das Land Tirol wird über das Ergebnis der Untersuchung informieren.
 
Ausschlussdiagnose:
„Wir haben uns entschieden, eine Ausschlussdiagnose für Ebola einzuholen, da die 48-Jährige erst vor Kurzem über Deutschland aus Nigeria eingereist ist, und wir die Krankengeschichte der Verstorbenen nicht eruieren konnten. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Ebola-Virus für den Tod der Frau verantwortlich ist, ist jedoch äußerst geringWir wollen aber jeden Verdacht ausschließen“, so der Landessanitätsdirektor.
 
Die Wohnung der Verstorbenen wurde vorbeugend versiegelt. Auch die beim Auffinden der Toten anwesenden Einsatzkräfte wurden über die weitere Vorgangsweise informiert. „Wie gesagt, wir gehen davon aus, dass wir es nicht mit Ebola zu tun haben. Doch selbst wenn, wäre die Ansteckungsgefahr äußerst gering“, klärt Landessanitätsdirektor Katzgraber auf. Ebola wird nicht durch Tröpfcheninfektion übertragen, sondern nur durch direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten einer infizierten Person.
 
Fazit: Angst macht dumm. Wer Gelassenheit zeigt, ist intelligent.