21. Oct. 2015

Klarheit schaffen - LH Platter On Tour in Oberndorf

An sich gehört eine Tour des Landeshauptmanns von Ort zu Ort zu den Spielregeln des Wahlkampfes. Eine pragmatische Angelegenheit also. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen stehen Anfang 2016 ins Haus. Da ist auch ein Landeshauptmann Wahlkämpfer. Jedenfalls stärkt und motiviert ein solcher Besuch die Mitstreiter. Und es gehört, wie gesagt, zum ungeschriebenen Reglement.

Meist ist es ja auch so, dass Politiker mehr oder weniger unauffällig ihren Alltagsjob machen und die vorgegebene Strategieen aus der Regierungs- bzw. Parteizentrale auf der unteren Ebene verständlich machen wollen. Obwohl das meiste, was derzeit aus Wien kommt, allzu oft unverständlich erscheint.

So besteht in Wahlkampfzeiten die fast unlösbare Aufgabe darin, den Wähler davon zu überzeugen, dass Wasser den Berg hinauffließt und nicht umgekehrt.

Heuer ist das irgendwie alles anders.

In Oberndorf zeigte sich ein Landeschef der anderen Art. Der große ÖVP-Poster mit dem Slogan „Klartext“, wurde zu einem Manifest. Gut 90 Gäste, darunter VP-Bezirksparteiobmann Ernst Huber, Nationalratsabgeordneter Josef Lettenbichler, Landtagsabgeordneter Josef Edenhauser sowie viele Bürgermeister des Bezirks, folgten der Einladung von Tirols Landeshauptmann in den Penzinghof nach Oberndorf. Hervorragend anmoderiert von Altmeister Peter Hörhager.

Von Anfang an stand da ein Mann der klaren Worte. Entschlossen, fast spröde, der ohne Umschweife auf das derzeit brennendste politische Problem zuging: Die Völkerwanderung aus Afrika und Nahost mit abertausenden Flüchtlingen, die uns alle in einen schweren Gewissenskonflikt stürzt. Da ist einerseits die eindeutige humanitäre Pflicht einer christlich orientierten Partei, zu helfen, stellt Platter unmissverständlich klar und gleichzeitig will der Landeshauptmann nüchtern und möglichst objektiv die fließenden Grenzen zwischen Wirtschaftsflüchtlingen und jenen Menschen ermitteln, denen in ihrer Heimat Gefahr an Leib und Leben droht. Platters klare Ansage: Die Menschen haben aus christlich humanitärer Sicht Anspruch auf Schutz ihrer Unversehrtheit. Keinesfalls aber ein Recht auf Zuwanderung , um sich wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen.

Mit deutlicher Anteilnahme stellte Günther Platter die Leiden der Menschen auf ihrer Wanderung durch den Balkan bei schlechter Jahreszeit dar und im Kontext dazu, die Hilfsbereitschaft der Österreicher, organisatorisch bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit zu gehen. Nicht zuletzt sei Europa gefordert. Immerhin stünde hier die Solidarität der Gemeinschaft auf dem Prüfstand. Politisch-pragmatisch sei es für die Innenpolitik zwingend, so Platter, die anstehenden Aufgaben auf einem stabilen politischen Fundament anzugehen. In diesem Sinne sieht der Landeshauptmann die künftige zweitstärkste politische Kraft als Partner mit in der Regierungsverantwortung.

Abgesehen von den Schwerpunkten, die Günther Patter an diesem Abend in Oberndorf setzte, war es die entschiedene Art und Weise, wie der Landeshauptmann sich mitteilte und seine Zuhörerschaft in seine politischen Vorstellungen geradezu partnerschaftlich mit einbezog. Politikverdrossene Skeptiker mochten sich geradezu aufgefordert sehen, aus ihrer Verweigerung herauszukommen und so wie es der Landeshauptmann anging, war es schwer, nein zu sagen. Fazit des Abends: Unvermutet und, warum auch immer, profilierte sich Landeshauptmann Günther Platter überraschend als besonnener Krisenmanager mit klaren Vorstellungen und einer spürbaren Antriebskraft. Das wertet die Stimme Tiols in Wien auf und gibt dem Land einen guten Teil an eigenständiger Kompetenz zurück. Nicht zu vergessen, der gute Draht in die Bayrische Staatskanzlei und die führende Rolle in der EVTZ Euregio Tirol.

Lieber Peter Hörhager, Du vertrittst hier die Bürger und ich stehe hier Rede und Antwort, geht das in Ordnung so?
Zunächst: "Herzlich willkommen im Bezirk Kitzbühel, lieber Günther".  VP Bzirksparteiobmann Ernst Huber
90 interessierte Bürger rechts: Kommerzalrätin Helga Semenka, linksl LA Josef Edenhauser
Landeshauptmann, was sind die drängensten Themen in der Landespolitik und darüber hinaus?
Um es klar zu sagen, wir müssen an ellererster Stelle wieder stabile Verhäntnisse schaffen und das bedeutet gegegeltes Handeln
Ich wehre mich gegen einen schrankenlosen Zuzug im Interesse der Stabilität Tirols und darüberhinaus Europas
Willkommen sind jene, denen Gefahr für Leib und Leben droht. Das entspricht unseren moralischen Grundsätzen