16. Oct. 2017

Unmut über frühen Winterstart der Bergbahn AG Kitzbühel

Geradezu vollmundig,  mit Printwerbung  und grellen Videotafeln, wurde in Kitzbühel für die Rester Höhe der Start in den Winter seitens der Bergbahn AG Kitzbühel herausposaunt.    

Zu exakt der gleichen Zeit genießen Menschen, die noch genießen können und mit einer natürlichen Ästhetik ausgestattet sind, einen traumhaften Spätherbst.

Für die Urlaubsregion Kitzbühel ist jetzt eine der stärksten Zeiten,  sofern man ein Gefühl dafür hat, dass dieses Gebiet mit viel natürlicher Romantik gesegnet ist.

Der Tiroler Tageszeitung war dieser Winterstart im goldenen Oktober eine Schlagzeile wert, unter dem Titel: „Früher Winterstart in Kitz sorgt für Diskussionen“.

In den Augen einiger vernunftbegabter Wesen hat die Bergbahn AG Kitzbühel maßlos überzogen.  als sie sozusagen, mitten im „Goldenen Oktober“, etwa 40.000 m³ Schnee bei plus 15° hin und her schob, um ein schmales Band zu erzeugen für Skiläufer, die besser daran täten, nach der nächsten Gletscherregion Umschau zu halten.Umweltbelastung für die Fun Gesellschaft? Verzweifelte Manie, um sich der Illusion  hinzugeben„ Kitzbühel sei ernsthaft betrachtet, „Das  Beste Skigebiet der Welt“?

 Mit Sicherheit kann Kitzbühel nicht im entferntesten diesen Anspruch erfüllen und es ist auch in keinster Weise dazu prädestiniert, einen so frühen Winter Anfang Mitte Oktober zu zelebrieren. Kitzbühel liegt inmitten einer reizvollen Mittelgebirgslandschaft, die sich nicht in ein  Wirtschaftskonzept zwingen lässt, wie es beispielsweise im besten Skigebiet der Welt, in Zermatt, praktiziert wird. (Unabhängige Bewertung „Der Standard“)

Haben die Verantwortlichen hier vielleicht jedes Maß an Glaubwürdigkeit und Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Natur verloren? Glaubt man hier ,rücksichtslos, entgegen den bestehenden Verhältnissen, Kasse machen zu können? Und vor allem die Frage: glauben hier alpine Technokraten, dass sie mit derartigen Aktionen, wie sie die TT beschreibt, für diese Region Sympathieen erwecken?

Ich versuche, mir vorzustellen, als Wanderer mit Frau und Kindern oder als gut trainierter Senior, plötzlich mit einer spritstinkenden Planierraupe konfrontiert zu werden,  wenn sie mir mitten in  meine Herbststimmung hinein, ein  paar Kilo Schnee von gestern vor die Füße schiebt?

 Nein, so nicht!

 Kitzbühel darf sich nicht auf eine Mac-Guinness-Philosophie einlassen und auf ein  brutales Übermaß an Powertourismus der jede geschmacklose Hässlichkeit auf sich nimmt, um Kasse zu machen.

Nein, Kitzbühel und sein Charme, seine reizvolle Landschaft, sein gutes Publikum, sein guter Geschmack und sein Laissez Faire, touristisch cool und edel aufbereitet und einmal im Jahr die dramatische Wucht des schönsten Skirennens der Welt.

Das reicht.

Eine Kolummne von Rolf Dieter Lehner