28. Aug. 2011

Verspielt, keine Hansi Hinterseer Konzerte mehr in Kitzbühel?

Kitzbühel am Hansi Hinterseer-Freitag Abend. Hunderte Fans vor dem Stadion. Drinnen der Jubel, draußen tiefe Enttäuschung. Dänen, Niederländer, Belgier und Franzosen, Briten und natürlich Fans aus Deutschland. Sie alle haben noch auf Tageskarten gehofft. Doch dieses Stadion hat wohl keine Reserven mehr.

In dem Zusammenhang, mit Blick auf die immensen Produktionskosten des Hansi-Events, auch die Frage: Kann mit dem Verkauf von Eintrittskarten der Unkostenapparat überhaupt noch gedeckt werden? Hansi Manager, Michael König, stellt da eine Grundsatzfrage: "Will man uns überhaupt noch?" Ist diese Frage zu weit gegriffen? Wenn man sieht, wie sich die Tiroler Tageszeitung unisono mit Kitzbüheler Machern auf Hansi einschiessen, wen wundert dann eine solche Frage aus dem Hansi Management?

Ist der Kitzbüheler Tourismus überreich gesegnet und übersättigt? Falsch und nochmal falsch. Kitzbühels Sommersaison hängt am Tropf.

Gerade hat Tennispräsident Herbert Günther mit einem neuen und erfolgreichen ATP Tennisturnier den Kitzbühel-Sommer aus dem Nächtigungstief geführt, da wird ein völlig entbehrlicher und geradezu kurzsichtigee Hype losgetreten: „Hansi wird langsam teuer.“ Und dieser mediale Tritt vors Schienbein, exekutiert von der Tiroler Tageszeitung und veredelt mit der rücksichtslosen Vehemenz Kitzbüheler Kreise, wird zum gut kalkulierten Volltreffer gegen einen Hansi Hinterseer, der momentan an alles andere denkt, als an Geld.

Da wirkt der organisierte Weiterverkauf von Hansi- Konzertkarten in Kitzbühel, zum märchenhaften Preis von bis zu 200 Euro pro Ticket, wie barer Zynismus.

Das, was Hansi Hinterseer in seinen Liedern beschwört, ist in der beinharten Realität von Kitzbühel zu einer schönen Mär aus längst vergangenen Tagen geworden. Dass Hansi Hinterseer nunmehr aus Kreisen angeschossen wird, die dieses unselige Klima von Gier nach Geld und Macht, Intrige und Neid maßgeblich mit zu verantworten haben, ist allzu bezeichnend.

Fazit: Bei den letzten Liedern von Hansi, zum Konzertende, lässt die Security am Einlass, wohl auf Anweisung des Managements, einige ältere Besucher und einige wenige Behinderte, sozusagen im Austausch vorzeitig abwandernder Konzertbesucher „ausnahmsweise doch noch mal kurz rein“. Kostenlos freilich. Mögen es 10 gewesen sein oder 50. Eine menschliche Geste, eine Hansi-Geste, eine ganz kleine nur.