12. Jan. 2017

WK Präsident Bodenseer: Unsere Forderungen zeigen Wirkung

Der Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer, Jürgen Bodenseer, ist, was Bundeskanzler Kern betrifft, vorsichtig optimistisch: "Wer A sagt, muss nun auch U sagen". So das Fazit des Kammerpräsidenten nach einer Grundsatzrede des Bundeskanzlers, Christian Kern, am 11. Jänner in Wels. Mit "U" meint Bodenseer das Umsetzen dessen, was Kern im sogenannten Plan A in spektakulär-glanzvollem Ambiente, Hoffnung heischend, in Aussicht stellt: Positive Signale an die Adresse der Wirtschaft?

Bewegt sich Wien, nach Jahren des Unverständnisses für die Belange der inländischen Wirtschaft? Etwa in Sachen Tourismus gar, um nur ein Beispiel zu nennen? Plan A ist das, was Kern "New Deal" nennt. Vollmundig und natürlich auf Englisch, sonst verstehts ja keiner. Und wie gesagt, glorios verpackt.

Nun fragt sich Jürgen Bodenseer öffentlich: „Was ist wohl dran, was ist wohl drin, in der glänzenden Verpackung in Bezug auf die heimische Wirtschaft?" "Die Botschaft hör ich wohl", sagt Goethes Faust und fügt hinzu, „allein mir fehlt der Glaube“.

Bodenseer ist da positiver gestimmt. Der WK-Chef kennt durchaus die sattsam bekannten, jedoch für die Wirtschaft unannehmbaren Forderungen, die keineswegs vom Tisch sind: Da wäre beispielsweise der Einheits-Mindestlohn für alle Branchen, "ein no go" für die Wirtschaft. Die unsägliche Maschinensteuer, den immer wieder ins Spiel gebrachten Ruf nach einer neuen Erbschaftssteuer und die praxisferne Forderung nach einer Quotenregelung meinte Kern doch sicher nicht, als er sein "Gloria in excelsis Medios" in Wels anstimmte. Dennoch, Bodenseer ortet positive Signale in Richtung Wirtschaft.

Ist es vielleicht eher der freiheitliche Boom in der Republik, der auch auf des Kanzlers Stimmung drückt? Der konziliante Herr der Kammer wird das der SPÖ sicher nicht aufs Brot schmieren und so lässt er den Regierungschef strategisch, wie er stets denkt, am Leben.

Von Senkung der Regulierungen um ein Drittel und von Reduktion der Lohnnebenkosten schwärmte der Kanzler im farbenfrohen Rund, allerdings vor einem ausgesprochen zurückhaltend-skeptischen Auditorium. Sogar die längst angemahnte Arbeitszeitflexibilisierung steht auf der Kanzleragenda.

WKPräsident Jürgen Bodenseer begrüßt Kursänderungen in Richtung Entlastung der Wirtschaft und Beschäftigung. Der Präsidentr betont ausdrücklich, dass es für viele der in Wels skizzierten Maßnahmen bereits konkrete Vorschläge aus der Wirtschaft gibt oder sogar Gesetzesvorhaben, deren Umsetzung jedoch bislang nicht gelungen sei. "Wenn nun von sinnvollen Maßnahmen die Rede ist und tatsächlich neue Maßstäbe gesetzt werden, dann kann es gelingen, den Reformstillstand endlich aufzubrechen". Das erwartet jetzt der Präsident.

Nachzutragen bleibt: Die ÖVP ihrerseits hat einen Vorstoß zur Senkung der Steuerquote von unter 40 Prozent gemacht und sich für die Einführung eines Kombi-Lohnes stark gemacht. Alles in allem, neue Töne aus Wien, bzw. aus Wels.

Der Tiroler Kammerpräsident, Jürgen Bodenseer, jedenfalls, war von der Grundsatzrede des Bundeskanzlers angetan. “Da kommt wohl mehr, als erwartet.“

Fazit: "Wer A sagt muss nun auch rasch U sagen. U wie umsetzen".

Jürgen Bodenseer: "Wer A sagt, muss auch U sagen."  Bild: WK