15. Nov. 2015

Global Player: Kitzbühel Tourismus

Alles, was in eingefahrenen Geleisen fährt, kann Speck ansetzen, Einfallslosigkeit produzieren und träge machen. Zwei von Erfolg verwöhnte Generationen können reichen, um aus einer dynamischen Sportstadt, einer Legende des Tourismus in den Alpen, eine stagnierende Destination zu machen. Etwas snobby und leicht abgehoben. Eine Destination, deren Honorationen am Stammtisch granteln: „Wir sind eh die Grössten, die Leute kommen sowieso. Warum da überhaupt noch mitmischen?“

Nicht alle in Kitzbühel sind glücklich, dass sich unter Signe Reisch und Gerhard Walter Kitzbühel Tourismus quasi zu einem weltweit operierenden und strategisch agierenden Kader entwickelt hat. Da, wo eine Klientel an Gästen wegbricht, wird aus dem Stand umgeschichtet und neue Felder werden erschlossen. So kommt es, dass, wo immer wichtige Kongresse vergeben werden und Reiseveranstalter nach lohnende Zielen Ausschau halten, sich Kitzbühel mit seiner Skikompetenz überzeugend in Szene setzt und angenommen wird. Das geschieht freilich nicht beliebig, sondern punktuell. Derzeit ist es der chinesische Markt, der 30 Millionen gut betuchter Skifahrer in den schönsten Skiresorts der Welt zu verteilen hat.

Um es auf den Punkt zu bringen: Kitzbühel ist schon längst als Player in einem Segment angekommen, das andere erst beginnen zu entdecken. Wir haben uns das von Gerhard Walter erklären lassen.