06. Aug. 2014

Goffin siegt in Kitzbühel gegen Thiem

Count-down für eine großartige Tennis Woche in Kitzbühel.
Es waren grandiose Tage gewesen, es gab aber auch Zeiten, da war Dauerregen angesagt. Dies zwang den Veranstalter am vergangenen Freitag zu einer Mammut Tour. Das mehr, als unfreundliche Wetter, hatte den mit 485.760 Euro dotiertem "bet-at-home Cup" für 2 Tage praktisch lahmgelegt, und so wurde der weitgehend trockene Freitag zum Marathon-Bewerb. David Goffin war mit einer Promoter-Wild-Card ins Turnier gekommen und hatte den deutschen topgesetzten Philipp Kohlschreiber bezwungen. In zwei Stunden, zweiundzwanzig Minuten hatte der Mann aus Lüttich Maximo Gonzalez aus Argentinien mit 5:7, 6:4, 6:3 geschlagen. Drei Challenger-Turniere stehen auf der Haben-Seite von Goffin und insgesamt 20 Matches in Serie.
 
Die Sensation war perfekt, als sich Dominic Thiem am Freitag gegen Juan Monaco 6:3 und 6:1 qualifiziert hatte. Und nun stand der Lichtenwörther Youngster gerade mal 20, sensationell und getragen vom Jubel der 6.400 Fans im Endspiel. Es war schon eine Bürde der hohen Erwartung, die ihm die Nation für einen Sieg mit ins Endspiel gegeben hatte. Auch der ORF hatte sich kurzfristig für eine Direktübertragung des Spiels entschieden.
 
Mit bewundernswertem Kampfgeist machte Dominik es David Goffin nicht leicht, den Sieg mit nach Belgien zu nehmen. Vom Können her waren beide auf Augenhöhe. Goffin allerdings wirkte rationaler und nervenstark. Dominic Thiem eher leidenschaftlich und so stürmisch, wie man es mit zwanzig ist.
 
Präziser Powertennis mit einem Break zum Auftakt, dann mit einem Ass auf 2:0 und immer wieder die kraftvollen Schläge. So ging Thiem nach 46 Minuten mit einem verheißungsvollen 6:4 nach dem ersten Satz in die Pause.
 
Doch drei Spiele innerhalb von 27 Stunden forderten ihren Tribut und Goffin setzte geradezu cool auf defensiv. Last not least und alles in allem:
Nach 28 Minuten reichte Goffin ein einziger Satzball und der zweite Durchgang ging an ihn mit 6:1. Thiem verlor an Boden verfiel zusehends und mit den beinharten Punktschlägen, war es vorbei. Noch einmal eine Breakchance, jedoch verschenkt. Nach 1:52 Stunden stand der Sieger fest mit 4:6, 6:1 6:3 siegte ein kühl rechnender Belgier, den am Ende doch Rührung und Freude übermannten.