09. Aug. 2010

Austrian Open Challenger Tour Kitzbühel, ein Musterturnier

Klein fein und mit Highlights, durchaus vergleichbar mit den großen ATP-Turnieren. Das Musterturnier in Kitz. Ja, es war Thomas Muster, der das Kitzbüheler Austrian-Open-Challenger trug und Dustin Brown, der ihn bezwang, er, der intelligent exzentrische Deutsch-Jamaikaner aus Celle in Niedersachsen. Heuer erstmalig im Wimbledon Hauptfeld. Er präsentierte den Kämpfer, den Sportsmann, den „Noble-Man“ des Center Court, Thomas Muster, dadurch, dass er ihn forderte.

Thomas Muster, seine Inspiration ist die Kompromisslosigkeit. Und aus dieser Kompromisslosigkeit widerum speist sich der bedingungslose Leistungswille des Steirers. Und wenn dieser Wille auch nicht zum Sieg führte, so doch zu großer Achtung und herzlicher Sympathie. Ganz in diesem Sinne präsentierte sich heuer, anlässlich des Austrian Open Kitzbühel, in der Stadt des Toni Sailer, ein würdiger Nachfolger auf dem Stockerl des nobelsten Sportsmannes Österreichs. Das allein schon machte das Kitzbüheler Challenge zum geradezu historischen österreichischen „Muster-Turnier“.

Dustin Brown, mit Spitzname „Dreddy“, wegen der kunstvollen Dreadlocks: darunter versteckt Kopfhörer, aus denen naheliegenderweise Reggae-Musik hämmert. Dustin liebt keine ausgiebigen Ballwechsel, vielmehr spielt er, Stefan Koubek definiert das so, „wie eine Wundertüte“. „Du hast keine Ahnung, was da im nächsten Moment passiert, das einzige, worauf Du Dich bei Dustin mit Sicherheit verlassen kannst: sein Aufschlag ist kaum zu breaken.“ Dustin ist Deutschjamaikaner und spielt für Düsseldorfs noblen Rochus-Club in der 1. deutschen Bundesliga, Rang 13. Sein Vater stammt aus Jamaika, seine Mutter ist Deutsche. Geboren wurde Dustin in Celle. Es gibt wohl kaum ein Spielergebnis, das er seiner Mutter nicht umgehend per Handy berichten würde. Dafür hat er schon so manchen Reporter stehen lassen. Mit elf übersiedelte Dustin nach Montego-Bay auf Jamaika, wo er mit mäßigem Erfolg Juniorenturniere und Futures bis 2003 auf Jamaika spielte. Dann fuhr er nach Newport, USA. Drei Siege auf Rasen für die ATP Qualifikation brachte er zurück auf die Insel. 2004 kehrte Dustin wieder nach Deutschland zurück. Mit einem Wohnmobil fuhr er von einem Future zum Nächsten. Erstmals 2009 schaffte Dustin Brown es in ein Finale. Turniersieg im Challenger in Karlsruhe. Ein weiterer Turniersieg in Samarkand/Usbekistan folgte und danach ein Sieg im kasachischen Almaty. Ende 2009 zwei weitere Endspiele in Eckental und Aachen. Dann war Dusty, die "Wundertüte“, unter den Top 150 der Welt.