07. Sep. 2009

Carlo Abarth, eine austro-italienische Legende

Der Automobil-Pionier Carlo Abarth  stammt ursprünglich aus einer Südtiroler Familie, genauer gesagt aus Meran. Er selbst wurde in Wien geboren, und wuchs später in Meran auf. Nach  Wienzurückgekehrt, erringt der junge Motoradmechaniker ausgerechnet im Radsport erste Erfolge. Der Einstieg in den Motorport lässt nicht langer auf sich warten: Als Ersatz  springt Carlo  für einen erkrankten Motor-Thun-Fahrer ein und ist auf Anhieb  bei seinem ersten Rennen mit vorne dabei. Dem ehrgeizigen Meraner reicht das aber nicht und so gründet er mit knapp 20 Jahren sein eigenes Motorrad-Rennteam.
In den Jahren 1928 und 1929 eilt er von einem Stockerlplatz zum nächsten. Nach einem schweren Unfall, von dem sich sein rechtes Knie nie wieder vollständig erholt, wechselt Abarth in die  Seitenwagenklasse.
Prompt erfindet  Carlo die so genannte Schwingachse, die den Gespannen der damaligen Zeit deutlich höhere Kurvengeschwindigkeiten erlaubt. Schon 1930 beginnt Carlo sich für das Thema Auspuffanlagen zu interessieren und erkennt die Bedeutung einer  optimalen Abgasführung für Hochleistungsmotoren. Abarth ist, wenn man so will, der Erfinder des modernen Sportauspuffs. Während des Zweiten Weltkriegs rüstet Abarth Automobile von Benzin- auf Kohlegasbetrieb um. Vergleichbar der Technik des Holzvergasers, ein Produkt des latenten Spritmangels  in Europa. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges geht Abarth zunächst zum Turiner Rennwagenhersteller Cisitalia und avanciert zum Chef der Motorsportabteilung. Seine Aufgabe: Ein Grand-Prix-Team aufzubauen. bauen.  Wenn da nicht der Konkurs der Cisitalia gewesen wäre. Carlo der selbstbewusste Autonome gründet 1947 die „Abarth & Co.“ Das mit Unterstützung von  Armando Scagliarini einem smarten Geschäftsmann. Produktionsziel: Die Konstruktion und der Bau von Rennsportfahrzeugen und deren technischen Komponenten. Auch die Entwicklung von Serienfahrzeuge und er Verkauf von Rennbenzin steht auf der Agenda. Abarth hatte für sein Start Off  neben dem Personal auch die Ausrüstung von Cisitalia, darunter sechs Rennwagen übernommen. Mit Fahrern wie Piero Taruffi und Tazio Nuvolari entwickeln sich die Rennauftritte der „Squadra Corse ,Carlo Abarth“, zu einem spektakulären  Unternehmen. Abarth entwickelt zwischenzeitlich einen Sportauspuff für den Fiat Topolino. Es folgen Auspuff-Systeme für weitere Fiat Modelle, für Alfa Romeo, Maserati und eine Reihe weiterer Marken. Inzwischen setzt auch die Rennabteilung von Ferrari auf Auspuffanlagen aus dem Hause Abarth. Immer mehr ambitionierte Sportfahrer, setzen auf den Sportauspuff von Carlo Abarth. Carlo Abarth der Vater der Tuningszene, sozusagen, ein weiterer Aspekt dieses Universalgenies. Ab1951 beginnt Carlo komplette Fahrzeugentwicklung. Er setzt auf die bewährte Fiat Technik, modifiziert die Motoren nach seinen Vorstellungen und lässt seine Konstruktionen von den namhaften Designstudios Italiens konfektionieren. Neben Serienfahrzeugen entstehen auch Rennboliden in der der Officine Abarth. Abarth Prototypen gewinnen mehrfach Langstrecken-Weltmeisterschaften und Berg-Europameisterschaft. Hans Hermann, Eberhard Mahle, beide Mercedes Werksfahrer, führen Abarth-Boliden zum Welterfolg. Spektakulär auch Carlos Langstreckenweltrekorde. Den größten kommerziellen Erfolg feiert „Abarth & Co.“ mit Tuningzubehör für Fiat Serienfahrzeuge. Ab 1958 arbeiten beide Firmen offiziell zusammen. Von nun an verwandelt Abarth in seiner Werkstatt am Turiner Corso Marche praktisch jedes Fiat Modell in ein Rennauto. Jahr für Jahr fahren seine Entwicklungen weltweit Hunderte von Siegen ein, insgesamt sind es  mehr als 7.300. Bis heute zum heutige Tage. Heute ist es Anneliese Abarth aus Kitzbühel, ehemaliges Model und Dokufilmregisseurin, die die Erinnerung und das  Erbe Carlo Abarths von Kitzbühel aus pflegt. In einer Serie mit dem Titel „Annelieses Motortalk“ wird die Witwe Carlo Abbarts in Zukunft, an dieser Stelle sporadisch Themen aus der Automobilszene präsentieren. So wie hier im Gespräch mit Eberhard Mahle.