01. Feb. 2010

Der Maybach Exelero, inzwischen ein Klassiker

Der Maybach Exelero: Er ist das Produkt einer Synergie zwischen Fulda und Maybach. Schon einmal, 1938, hatte man gemeinsam einen Sportwagen gebaut, um das Zusammenspiel von Reifen und Fahrwerk im Hochleistungsbereich zu testen. Ein solches Studienmodell, wie der Maybach Exelero, ist freilich nicht für den User im herkömmlichen Sinne konzipiert. Derartige Modelle prägen das ästhetische Bewusstsein ihrer Zeit.

Es war auf der IAA 2003 in Frankfurt, da setzten sich Leute des Reifenherstellers Fulda und von Mercedes zu einem Brainstorming zusammen. Fulda sollte einen Hochleistungsreifen im 23-Zoll-Format entwickeln und Maybach selbst, wollte mit einem rasanten Donnervogel aus der Automobilgeschichte zurück in die Neuzeit rollen.
Schon einmal, 1938, wie erwähnt, war ähnliches geschehen, als Fulda damals Hochgeschwindigkeitsreifen für Tempo 200 konzipierte und Maybach ein Stromlinienfahrzeug auf Basis des SW 38 dafür geschaffen hatte. Federführend bei dem neuen Projekt: Leon Hustings, seinerzeit Markendirektor von Maybach. Bei Fulda zeichnete Vorstandsmitglied Bernd Hoffmann verantwortlich.

Basis des Exelero ist der Maybach 57. Die Unterboden-Verkleidung ist aus Aluminium. Über dem Rohrrahmen liegt eine Haut aus Carbon. Soviel zu seinem eigentlichen Ich. Die A-Säule ist samt Cockpit um 40 Zentimeter nach hinten versetzt, die B-Säule um 20 Grad gekippt, vorn die Überhänge länger, hinten kürzer, drei verstellbare Spoiler am Heck. Designed wurde der Exelero von vier Studenten der Elite-Fachhochschule Pforzheim. Unter der Tutorenschaft von Chefdesigner Harald Leschke. Gebaut wurde der Exelero bei Stola in Turin. "Das Erfolgsgeheimnis besteht darin, mit der richtigen Aerodynamik und einem extrem starken Motor ein stabiles Fahrverhalten zu erreichen. Diese drei Komponenten auf ein Maximum zu bringen, das ist die Kunst", sagte Jürgen Weissinger, der Entwicklungsleiter des Maybach- Projekts, damals. Der Vater des Zwölfzylinder- Biturbos hiess Roland Kemmler. Er ließ den Hubraum von 5,5 auf 5,9 Liter erhöhen, pushte das maximale Drehmoment auf 1020 Nm und erhöhte den Ladedruck. Ergebnis: glatte 700 PS. Derzeit steht er, der Maybach Exelero in Sinsheim, ja und in Kitzbühel, da war er auch schon.