15. Oct. 2009

Kräuter aus dem Mittelalter und Haubenkoch Edi Hitzberger

In der Nähe alter Burgen sind sie noch zu finden, verwildert zwar, Kräuter aus den mittelalterlichen Burggärten. Viele Sammler haben sich schon darauf spezialisiert. Auch unweit von Schlosse Kaps, in Kitzbühel, wurde Arosa- Starkoch Edi Hitzberger fündig. Wo, das wird freilich nicht verraten.

Bis etwa in das 12. Jahrhundert waren die Burgen relativ eng, sodass dort ein Garten im Inneren kaum anzulegen war. Erst innerhalb der Bastionen des 12. Jahrhundert gab es die ersten Burggärten. In früh mittelalterliche Burggärten waren unter anderem zu finden: Gurke, Hanf, Lein, Amarant, Linse, Knoblauch, Sellerie, Hanf, Kichererbse, Hornklee, Karotten, Erbsen, Runkelrüben, aber auch Kümmel, Kresse, Zwiebeln, Salbei, Weinraute, Beifuß, Liebstöckel, Kerbel, Mohn, Minze, Rosmarin, Tausendgüldenkraut, Portulak, Bilsenkraut, Pastinak, Färberkamille, Wolfsmilch, Löwenmäulchen, Wacholderbeeren, Ackerziest, Judenkirsche (Physalis), Pferdebohne und Schlafmohn. Feldsalat war zu dieser Zeit eigentlich keine Anbau-, sondern eine Wildpflanze, die gesammelt wurde. Dill, Kohl (Rübenkohl), Koriander, Fenchel, Gagel, Petersilie und Senf kamen sämtlich als Burggewächse vor. Fenchel, wie auch Anis wurden im Spätmittelalter gegen Mundgeruch verwendet, daneben natürlich auch als Gemüse.