02. Dec. 2010

Netzwerk Naturraum - Lebensraum - Brixental

Die Region Kitzbüheler Alpen zählt sicherlich noch zu einer der schönsten Regionen Tirols und darüber hinaus. Damit das auch künftig so bleibt, hat sich ein Netzwerk gebildet, in welchem die Gemeinden, die Tourismusverbände, die Österreichischen Bundesforsten, die Jägerschaft, die Grundeigentümer, die Bergrettung, der Alpenverein – kurzum alle Naturnutzer – ihre Interessen bündeln. Daraus entstand der Verein „Netzwerk Naturraum Brixental" – ein Projekt des Leader-Regionalmanagements Hohe Salve. Und das rief auch den „Woipertouringer" auf den Plan:

Der Woipertouringer – ein Fabelwesen zwischen Gams und Reh – streift durch das Brixental. Alles was ihm dabei auffällt, was nicht rechtens ist und wo es einer Lösung bedarf, wird von ihm aufgezeigt.

Der Woipertouringer wird Ratschläge geben und wo immer er auftaucht – sei es auf Wandertafeln, auf Hinweisschildern, in Broschüren und Zeitungen – BITTET er um Aufmerksamkeit und um Einhaltung seiner Vorschläge.

Die Interessenskonflikte:


Unterschiedliche Interessen schaffen Konfliktfelder, die ernst zu nehmen sind und ständiger regionaler Lösungen bedürfen. In erster Linie scheint es ein kommunikatives Problem zu sein. Wer die Anliegen des anderen zu wenig kennt, kann sie auch nicht berücksichtigen. Es ist außerdem wichtig, dass sich alle Nutzer unserer wunderschönen Landschaft bewusst sind, welchen Einfluss sie ausüben können, welche Möglichkeiten sie haben und welche Verantwortung sie tragen.

Die Situation im Winter:

Schitourengehen und Schneeschuhwandern gelten zwar als umweltschonende Sportarten, doch zu viele Menschen sind heute in immer entlegeneren Gebirgsregionen unterwegs. Für die Fauna des Hochgebietes, ist der Winter die Phase des Überlebenskampfes. Bei niedrigen Temperaturen benötigen Wildtiere ein Vielfaches ihres üblichen Energiebedarfs. Das Futter ist zumeist schlecht erreichbar und von minderer Qualität. Die Bewegungen werden auf ein Minimum reduziert, um Kraft für die mühevolle Spurenarbeit im Tiefschnee zu sparen.

Viele Tiere laufen in Panik um ihr Leben, verbrauchen dabei ihre gespeicherten Energiereserven deren Verlust sie unter großen Strapazen mit zusätzlicher Nahrungsaufnahme kompensieren müssen.

Der Schutzwald:

Nur vitale Bergwälder schützen vor Lawinen, Steinschlag und Erdrutsch. Scharfe Kanten von Schiern oder Snowboards zerstören junge Wipfel und gefährden damit die Verjüngung des Waldes. Enorm ist der durch Verbiss oder Schälen verursachte Schaden, wenn das von seinen Futterplätzen verscheuchte Wild auf der Suche nach Nahrung Triebe junger Bäume oder Rinden älterer Bäume beschädigt. Der Wald kümmert und verliert allmählich seine wichtigen Schutzfunktionen. Bei häufigen Störungen können Rot-, Reh- oder Gamswild in ungeeignete Wintereinstände auswandern und im (Schutz-)Wald Probleme verursachen.