13. Apr. 2014

Vernissage Eichenheim: Rudolph Pigneter-Friedrich Schilcher

Im Interieur von Eichenheim: Farben, Formen, Stilelemente.
Sinnesfroh aus dem Vollen geschöpft und von Rudolph Pigneter, Kitzbühel, in Szene gesetzt. Malerisch kraftvoll oder subtil, je nach Stimmungslage geschaffen.

Soviel über Eindrücke einer Vernissage in der Kitz Art Corner, die am Freitag, dem 11. April, eröffnet wurde. Pigneter stellt, sozusagen komprimiert auf kleinstem Raum, malerische Zitate seines Oevres zur Disposition. Und weil diese so komprimiert sind, erzeugen sie geradezu physikalischen Gesetzen folgend, eine besondere Strahlkraft. 

Deutlich offenbart sich die Eigenwilligkeit und das malerische Können 
eines Protagonisten, der sich über Jahrzehnte mit einem perfekten handwerklichen Unterbau ausgestattet, an den Kern dessen herangearbeitet hat, den man anspruchsvolle Kunst nennen darf.  

Freilich erkennt man in Pigneter den immer noch Suchenden, den Variantenreichen, den Experimentierfreudigen. Doch, wer Höhe gewinnen will, muss darum ringen. Rudolph Pigneter weiss das. Gerade als Tiroler. 

Und in der Tat, der Gipfel ist wohl nicht mehr allzuweit. 

Wer ein Artefakt in die Landschaft stellt, riskiert Brüche und Disharmonie. Natur ist in allgemeingültiger Weise konsequent und stößt Nichtstimmiges ab. 

Friedrich Schilcher lebt an der Peripherie von Salzburg, in Kirchberg/Mattighofen, auf der „drüberen“ Seite der Urbanität und er stellt Artefakte in die Landschaft. Aus hochwertigem Edelstahl, mit höchster Präzision geschaffen, und extrem schwierig konstruiert. Das erinnert an die Statik eines hoch belastbaren Schilfhalms oder an konstruktive Elemente, wie sie bei Insekten wieder zu erkennen sind. Und, ganz wichtig: Die Objekte sind funktional, sie erfüllen einen Zweck. Als Wasserspeier, als Duschen an Swimmingpools und so weiter.

Damit ist der entscheidende Anspruch der Natur erfüllt: Jedes muss einen Sinn haben, wie auch immer die Natur es geformt hat.

Der optischen Sinnlichkeit an diesem Abend in Eichenheim folgte das Orale auf dem Fusse. Mit einem edlen Tropfen im Glas, lässt es sich leicht
sinnieren. Eröffnet wurde die Ausstellung durch Tourismuspräsidentin Signe Reisch (Titelbild).
 
Rudolph Pigneter, Kitzbühel, variantenreich
Rudolph Pigneter, auf dem Weg zum Gipfel
Friedrich Schilcher, Artefakte in der Landschaft, ein Risiko
Aufbruch in den Frühling
Natur fordert Funktionalität
Bei einem guten Tropfen über Kunst sinnieren: Heinz Sohler, links, Winfried Obermoser